Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und drücken Sie dannStrg + Eingabetaste.

Ausstellungseröffnung: Podiumsdiskussion, 1. Februar 2020 um 17:00 Uhr
Die Diskussion wird aus dem Russischen ins Deutsche simultan übersetzt.
1. Februar 2020 um 20:00 Uhr: DJ-set von Mark Reeder
Finissage: Versteigerung, 3. Februar um 19:00 Uhr

In der Living Gallery Berlin eröffnet eine Kollektivausstellung von Werken politischer Gefangener aus Russland und mit ihnen solidarischer Künstler_innen, die sich dem antifaschistischen und anarchistischen politischen Spektrum zuordnen.

Der politische Prozess Set’ (dt. “Netzwerk”) hat in Russland für große öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt. Zehn Aktivisten aus St. Petersburg und Pensa sind seit mehr als zwei Jahren in Haft, weil ihnen vorgeworfen wird, in der terroristischen Vereinigung Set‘ (dt. “Netzwerk“) aktiv gewesen zu sein. Sie wurden mit Elektroschocks gefoltert, zusammengeschlagen und moralischem und physischem Druck ausgesetzt, um sie so zu einem Schuldbekenntnis zu zwingen. Die Klagen laufen aus, die meisten Angeklagten bestreiten ihre Schuld und fordern eine Untersuchung der Folter. Ihnen drohen Freiheitsstrafen von sechs bis achtzehn Jahren in einer Strafkolonie mit strengen Haftauflagen. Das Urteil wird am 10. Februar 2020 gefällt.

Die Ausstellung wurde in Sankt Petersburg vom Kollektiv RUPRESSION.COM als Zeichen der Solidarität mit den jungen Aktivisten, die mit Gewalt verhaftet und absurder Verbrechen angeklagt wurden, ins Leben gerufen. Deren in Gewahrsam entstandenen Werke sind Teil ihres Kampfes für Freiheit und Würde. Durch die Ausstellung soll ihnen eine Stimme gegeben werden.
Ein weiterer Teil der Ausstellung besteht aus den Arbeiten zeitgenössischer Künstler_innen aus Russland, der Ukraine, Frankreich, Chile und Schweden. In ihren Arbeiten beschäftigen sie sich mit Themen wie staatliche Gewalt und Folter, Unterdrückung, mangelnde Freiheit und erfundene Anschuldigungen von Staatsorganen.
Die Ausstellung wurde bereits fünfmal in Russland gezeigt: dreimal an verschiedenen Orten in Sankt Petersburg, jeweils einmal in Moskau und in Pensa. In Berlin findet ihre erste Präsentation im Ausland statt.

Die Ausstellungseröffnung am 1. Februar 2020 wird von einer Führung sowie einer Podiumsdiskussion über politische Gefangene im heutigen Russland begleitet, die von Olga Romanowa, Leiterin der Bewegung “Rus Sidjaschtschaja” (russ. “Einsitzendes Russland”), moderiert wird. Für die Podiumsdiskussion sind ehemalige russische politische Gefangene sowie politische Flüchtlinge, die im Fall Set‘ in Russland verfolgt wurden, eingeladen. Ab 20:00 Uhr wird der Musiker und Produzent Mark Reeder zur Unterstützung der Angeklagten im Fall “Set” als DJ für die Anwesenden auflegen.

Am 2. und 3. Februar ab 14:00 finden jede Stunde Ausstellungsführungen auf Englisch statt. Ausstellungsführerinnen sind Mitglieder der Solidaritätsgruppe für die „Set’“-Angeklagten Evgenia Kulakova, Ekaterina Kosarevskaya und Anya Kurbatova. Außerdem sind Sonderführungen geplant:
2. Februar 15:00 und 17:00: Ausstellungsführung auf Deutsch
2. Februar 18:00, 3. Februar 17:00: Ausstellungsführung mit thematischem Schwerpunkt „russische Gefängnisse und Menschenrechte” von Ekaterina Kosarevskaya, ehemaligem Mitglied der Öffentlichen Haftanstaltsaufsichtskommission (auf Englisch).

Die Ausstellung endet am 03. Februar. Während der Finissage findet eine Solidaritätsversteigerung statt, bei der man die auf der Ausstellung präsentierten Werke erwerben kann, um so die Angeklagten im Fall Set‘ zu unterstützen (ihre Familien brauchen laufend Geld für rechtlichen Beistand und für humanitäre Hilfe für die Gefangenen). Die Funktion des Auktionators wird dabei der Poet Alexander Delfinow übernehmen. Nach der Versteigerung spielt Ksenia Vishnevskaya – Aktivistin, Anarchopheministin (St. Petersburg / Berlin) ein DJ-Set zur Unterstützung politischer Gefangener.

An allen drei Ausstellungstagen werden Führungen in englischer (und nach Möglichkeit in deutscher) Sprache angeboten. Außerdem können die Besucher_innen Briefe und Postkarten mit unterstützenden Worten an die politischen Gefangenen schreiben sowie Soli-Artikel von RUPRESSION.com kaufen, deren Verkaufserlös auch für die Unterstützung politischer Gefangener im Fall Set‘ verwendet wird.

Die Ausstellung in Berlin wird mit Unterstützung von MEMORIAL Deutschland und von Dekabristen e.V. organisiert.

Living Gallery Berlin
Kollwitzstraße 53
10405 Berlin
Die Galerie ist von 14:00 bis 22:00 Uhr geöffnet.
Facebook-Page

Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und drücken Sie dannStrg + Eingabetaste.

This post is also available in: Русский (Russisch) English (Englisch)

Datum

29 January 2020

Rubrik

Neuigkeiten

One thought on “„Meiner Aussage getreu protokolliert“ Solidaritätsausstellung für politische Gefangene in Russland Living Gallery Berlin, 1.- 3. Februar 2020

Leave a Reply to Andreas Decker Cancel reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Fehlerbericht

Der folgende Text wird anonym an den Autor des Artikels gesendet: