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Die FSB-Experten in der Region Samara, die im „Netzwerk“-Fall vor Gericht standen, ignorierten die Schlussfolgerungen eines unabhängigen Experten für Audioaufnahmen über das „Abhören“ der Gespräche des Beschuldigten. Sie beantworteten keine Fragen zur Originalität der Tonträgern.

Was für eine unabhängige Untersuchung ergab.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft diskutierten Ilya Shakursky und Vlad Dobrovolsky über die wirtschaftliche und politische Krise im Land und über die Vorbereitungen für die “Revolution”, die der Krise in Russland folgen könnte. In den Unterlagen des Netzwerk-Falls wurden 48 Aufzeichnungen solcher Gespräche geprüft. Sie wurden im Sommer 2018 von den Spezialisten Maria Komleva und Alexei Leontyev des FSB Russland in der Samara-Region durchgeführt.

Die Verteidigung der Angeklagten bezweifelte die Zuverlässigkeit der FSB-Prüfung und ordnete eine unabhängige Beurteilung der Tonträger an. Es wurde von Mitarbeitern des „Kriminalistischen Labors für audiovisuelle Dokumente“ der Autonomen Non-Profit-Organisation St. Petersburg (kurz “KLAD”) erstellt.

Bei einem Treffen am 16. September wurden die Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung von dem Experten aus St. Petersburg German Zubov vorgestellt. Er sagte, dass “die FSB-Experten ihre Techniken zu maximal 5% eingesetzt hatten” und er Anzeichen für eine Bearbeitung des Tonträgers fand.
Staatsanwalt Sergei Semerenko erhob Einwände gegen die Befragung des Sachverständigen, doch das Gericht hörte auf Zubov und fügte den Unterlagen des Strafverfahrens die Ergebnisse der unabhängigen Beurteilung bei.
Danach baten die Anwälte das Gericht, Alexei Leontyev und Maria Komlev, Experten des Samara Federal Security Service, zur Vernehmung in Penza zu rufen.

“Ich habe ganz andere Daten”
Die Samara-Experten sagten, sie bestanden auf ihre Schlussfolgerung in vollem Umfang. Auf Antrag der Verteidigung hat das Gericht sie getrennt befragt. Als erste wurde Maria Komleva verhört, die eine linguistische Analyse des Gesprochenen auf den Tonträgern durchführte.
Sie erklärte, dass sie die Dialekt-Technik in ihrer Arbeit verwendete. Sie befasste sich jedoch nicht nicht mit der Analyse der Integrität des Textes und seiner Bedeutung.

Die FSB-Expertin führte keine Mikroanalyse durch. Laut einem unabhängigen Experten ist eine Mikroanalyse in dieser Technik aber erforderlich: Nur sie liefert die objektivsten Ergebnisse bei der Bestimmung der Identität einer klingenden Rede der zu identifizierenden Person.
Bei der FSB-Expertise wird aufgrund von übereinstimmender Merkmale in der Sprachgewohnheit auf die Zugehörigkeit einer bestimmten Stimme zu den in den Fall involvierten Personen geschlossen. Zu der Frage der Anwältin Oksana Markeeva, warum die Expertin keine Abweichungen dr Sprachgewohneiten bei den Gesprächspartnern auf die Audioaufnahmen herangezogen hat, erklärte sie, dass sie dazu nicht verpflichtet sei.
Die Anwälte machten das Gericht darauf aufmerksam, dass einige Aufzeichnungen, wie aus der Schlussfolgerung hervorgeht, nach denselben Kriterien für die Analyse und Identifizierung geeignet waren, andere jedoch nicht. Sie fragten den FSB-Experten, wie sie beispielsweise Audioaufnahmen studierten, deren Frequenzbereich über etablierte Grenzen hinausging.

“Die Grafiken zeigen Ihnen nichts.”
Der zweite Samara-FSB-Experte – Alexei Leontyev – analysierte die Tonträger auf Anzeichen von Bearbeitung und verwendete die Duet-Technik.

Er sagte, dass es keine Anzeichen für eine Bearbeitung des Tonträgers gebe. Das Fehlen eines Teils des Gesprächs kann seiner Meinung nach als Anzeicheneiner Bearbeitung angesehen werden, aber die Schlussfolgerung zu einer Bearbeitung wird auf der Grundlage einer Reihe von Anzeichen gezogen. Auf die Frage des Anwalts, ob es Tonträger gibt, auf denen sich keine Gesprächsteile befinden, fiel es Leontiev schwer, zu antworten:

Alle meine Schlussfolgerungen sind im Bericht. Ich kann es nicht sagen. Das muss man noch mal anhören.

Auf die Frage, warum es keien Grafiken in dem Bericht gibt, meinte er nur, dass das Gericht meist auf überflüssige informationen verzichtet und er nichts gefunden hätte, was auf eine Montage hingedeutet hätte und Bilder von Frequenzspektrumgraphen den Anwesenden nichts gezeigt hätte.

“Wie gehen wir sicher, dass der FSB-Experte nicht lügt?”
Nachdem der FSB-Experte erklärt hatte, dass es nicht erforderlich sei, seine Schlussfolgerungen mit Grafiken und Illustrationen zu untermauern, legte der Angeklagte Wassili Kuksow Berufung beim Gericht ein.

“Wie gehen wir sicher, dass er [der Experte] nicht lügt?”
“Er wurde vor strafrechtlicher Verantwortlichkeit gewarnt [für wissentlich falsches Zeugnis]”, sagte Richter Juri Klubkow.

“Wenn es etwas gegeben hätte, hätte ich es im Fazit reflektiert”, versicherte der Experte Leontiev dem Publikum.

Das Gericht hat Fragen eines unabhängigen Sachverständigen an den FSB-Sachverständigen untersagt.

“Der Spezialist [German Zubov] wird hier keine Fragen stellen”, antwortete der Richter Yury Klubkov auf die Verteidigung.

Die Anwälte der Angeklagten gaben an, dass sie bei der Befragung der Sachverständigen aus Samara Verstöße verzeichneten und anfechten werden.

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Datum

9 October 2019

Rubrik

Neuigkeiten

Quelle

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