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Das Militärgericht des Wolga-Bezirks, das sich mit dem Fall der terroristischen Vereinigung “Netzwerk” in Penza befasst, hat bei einem Treffen am 5. Juni drei Zeugen der Staatsanwaltschaft verhört – Jugendliche, die einige der Angeklagten kannten. Sie sagten, dass die FSB-Ermittler in den Protokollen ihre Worte verzerrten und gezwungen waren, Dokumente unter Druck zu unterschreiben.

Der erste, der bei dem Treffen befragt wurde, war Maxim Simakov, der im selben Restaurant mit den Angeklagten Maxim Ivankin und Dmitry Pchelintsev arbeitete und Ilya Shakursky und Andrey Chernov kannte – alle zusammen spielten sie Airsoft. Laut Simakov übten sie während des Verhörs keinen Druck auf ihn aus, aber seine Worte wurden im Protokoll verzerrt – das Dokument besagt zum Beispiel, dass sie auch lernten im Wald zu überleben, zum Beispiel, welche Pilze man essen könne und dass Pchelintsev über die Ungerechtigkeit der Behörden sprach und über die Notwendigkeit, sie mit Waffengewalt zu ändern. Diese Aussagen des Verhörprotokolls bestreitet der Zeuge. “Ich habe nicht gesagt, dass ich jemandem beigebracht habe, Pilze zu essen. Es wurde über die Ungerechtigkeit der Behörden gesprochen. Über den bewaffneten Weg … daran kann ich mich überhaupt nicht erinnern.”

Anschließend befragten sie den mit Ilya Shakursky befreundeten Studenten Anton Shulgin. Als FSB-Beamte am 19. Oktober 2017 Shulgin aufsuchten, war er 17 Jahre alt. „Von Anfang an wurde Druck auf mich ausgeübt. Es wurden unspezifische Fragen gestellt, von denen ich überhaupt keine Ahnung hatte, wie ich sie beantworten sollte zum Beispiel: “Wussten Sie, dass Ihr Freund ein Terrorist ist?” Ich sage: “Nein. Warum sollte ich das überhaupt wissen? ” “Warum wusstest du es nicht?”. Wenn ich auf eine Weise antwortete, die ihnen nicht gefiel, fingen sie an, mich psychologisch unter Druck zu setzen, mich anzuschreien, zu beschimpfen und zu bedrohen: “Beantworten Sie die Fragen oder möchten Sie auch zu Ihrem Freund gehen?”” Shulgin zufolge wurde er etwa ein oder zwei Uhr Nachts zum Verhör in das Gebäude der Penza-Direktion des FSB (Inlandgeheimdienst) gebracht. Shulgin wagte es nicht, den Ermittler zu widersprechen, weil er Angst hatte. „Ich war so deprimiert, dass 60% meiner Aussage, nicht mein Aussage ist. Es gibt Ausdrücke, die ich damals noch nicht einmal kennen konnte. Ich weiß nicht woher sie kommen. Ich habe sie nicht unterschrieben.” betonte Shulgin.

Zuletzt wurde Anatoly Uvarov, 24, befragt, der mit allen Angeklagten außer Arman Sagynbaev vertraut ist. Er sagte, die FSB-Beamten seien am 18. Oktober 2017 mit einer Durchsuchung zu ihm gekommen – am selben Tag, an dem sie Wassili Kuksow und Ilja Schakurski festnahmen. Jegor Zorin war zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als einem Tag in Haft gewesen. Laut Uvarov machten sie bei ihm eine Hausdurchsuchung, weil er laut Zorins Geständnis Mitglied der “terroristischen Organisation” sei. „Während der Suche haben sie mich auf den Kopf und in die Rippen geschlagen, wenn ich eine Frage stellte oder falsch geantwortet habe. Das wurde während des Verhörs fortgesetzt. Ich wurde damit erpresst, dass ein Strafverfahren wegen Drogen gegen mich eingeleitet würde, wenn ich nicht die Beweise lieferte, die sie brauchten“, sagte der Zeuge. Seine Stimme zitterte. Als er zum FSB gebracht wurden, musste er kniend und in Handschellen im Strafgesetzbuch den Artikel über Terrorismus laut vorlesen. Im selben Gebäude sah er Ilya Shakursky und Vasily Kuksov und berichtet von Schürfwunden in dessen Gesicht. Er besteht darauf, dass er trotz der Worte, die ihm im Verhörprotokoll zugeschrieben wurden, von Freunden nie von Plänen gehört habe, eine „terroristische Gruppe“ zu gründen. “Ich habe zum ersten Mal nur vom Ermittler davon gehört”, sagte der Zeuge. Das Verhörprotokoll musste Uvarov unter Druck unterschreiben. Darin hieß es: er kenne Dmitry Pchelintsev seit 2009 und Ilya Shakursky seit 2011, sie diskutierten über Anarchismus. Uvarov selbst machte Thai-Boxen in antifaschistischen und Tierschutzaktionen. Ende 2014 soll er Shakurskys auf dessen bitte hin geholfen ahben, einen Text für eine Organisation zu verfassen, „mit dem Ziel, <…> die Ideen des Anarchismus in Russland zu fördern“. Danach erzählte Shakursky seinem Freund, dass er die Organisation „Voskhod“ gegründet habe, die darauf abzielte, „durch Massenaufstände, bewaffnete Angriffe auf Beamte und Polizeibeamte, Brandstiftung und Ex
plosionen das bestehende staatliche System zu destabilisieren“. Uvarov kommentiert das verleseen Verhörprotokoll: „Das einzige, was hier stimmt, ist, dass ich Spike, Ilya Shakursky, einmal geholfen habe, Entwürfe zu schreiben, aber ich habe nie „Voskhod“ gesagt oder gehört. Darin schlug er vor, die Menschen im Geiste zu vereinen, um gute Taten zu vollbringen. Alles andere ist nicht wahr. Ilya war immer sozial engagiert, und nicht in einer Terrororganisation, ich glaube keienr von den hier anwesenden ist dies.”

Schließlich fragte der Vorsitzende der drei obersten Militärrichter, Juri Klubkow:

– Sie waren gezwungen hier Anwesenden zu verleumden?

– Ja

– Verstehen Sie, dass dies als Verbrechen angesehen werden kann?

– Ich verstehe, dass die Ermittler ein viel schlimmeres Verbrechen begangen haben

Ich verstehe, dass die Ermittler ein viel schlimmeres Verbrechen begangen haben

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Datum

5 June 2019

Rubrik

Neuigkeiten

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